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Wie soziale Nachhaltigkeit die Immobilienbranche verändert

Veröffentlicht am 09.07.2019

Foto by Jana Madzigon

Nachhaltigkeit ist für uns ein zentrales Thema. Beim IMMO FutureLab 19 in Wien, das von der Delta Holding und dem ÖGNI* vor ein paar Wochen veranstaltet wurde, ging es genau darum - und zwar um die zentrale Frage, wie soziale Nachhaltigkeit die Immobilienbranche verändert. Namhafte ReferentInnen teilten ihr Wissen zu Themen wie Stadtentwicklung, innovativen Wohnformen und Elektromobilität. Wir waren dort und haben folgende Erkenntnisse mitgenommen: 

Smarte Technologien: wer möchte das bezahlen?

Es gibt zahlreiche Smarte Technologien, die im Immobilienbereich zur Verfügung stehen und das Leben der BewohnerInnen bequemer, sicherer und effizienter machen könnten. Beispiele dafür sind automatische E-Herd-Ausschalter und Wasser-Stopp, oder etwa die automatisch oder ferngesteuerte Regulierung von Licht, Heizung oder Beschattung. Trotzdem werden sie noch nicht dementsprechend häufig verwendet. Laut Experten liegt das vor allem an der Kosten-Nutzen-Frage: denn das Mehr an Technik verursacht natürlich ein Mehr an Kosten. Diese auch zu tragen, dazu sind noch nicht viele Nutzer bereit. So werden sie auch von Bauträgern aus wirtschaftlichen Gründen oft nicht eingesetzt.

Auch wir haben bei unseren Projekten ähnliche Erfahrungen gemacht. Da man als Bauträger die Entscheidungen für diese technischen Ausführungen für eine zu diesem Zeitpunkt unbekannte Gruppe von Personen (den KäuferInnen) treffen muss, können derartige Lösungen nicht immer das sein, was sich der/die jeweilige KäuferIn individuell wünscht. Zudem hängt eine effiziente Nutzung dieser Technologien mit einer gewissen Technikaffinität der NutzerInnen zusammen. Da dies nicht immer gegeben war, sind wir hier wieder einen Schritt retour gegangen.

E-Carsharing bei Immobilien wird immer häufiger

Unser Projekt in Vorchdorf ist Vorreiter für einen Trend, der sich immer mehr durchsetzt und inzwischen bei großen Immobilienprojekten (wie Quartiersentwicklungen) als fixer Bestandteil gilt: Elektromobilität, und hier vor allem Carsharing bei Wohnanlagen. Laut ReferentInnen wird sich dieser Trend voraussichtlich auch bald bei kleineren Projekten durchsetzen, und auch für Stadtentwicklungen ist die Idee des „Nutzens statt Besitzens“ von Fortbewegungsmitteln ein wichtiger Baustein.

Für uns wieder einmal eine Bestätigung, dass der Schritt in Richtung E-Carsharing bei unserem Projekt in Vorchdorf ein richtiger und zukunftsweisender war und wir dieses Konzept, und das daraus generierte Wissen, für Neuprojekte weiterhin nutzen werden. Zum Beispiel bei unserem aktuellen Projekt „HYGGE – gutes Leben“ in Wels, bei dem wir einen Schritt weitergehen und unser Mobilitätskonzept auch auf E-Lastenräder und E-Roller ausweiten.

Freiraumgestaltung als wichtiger Trend

„Die Pflicht ist das Gebäude, die Kür ist das, was zwischen den Gebäuden liegt.“ So treffend hat der deutsche Architekt Wolfgang Frey den Trend der Freiraumgestaltung formuliert. Die Gestaltung von Grünflächen als „Naherholungsflächen“, gestaltet mit Kommunikations- und Begegnungsbereichen, ist nicht nur für große Entwicklungen – wie zum Beispiel Stadtentwicklungen – wichtig, sondern leistet auch bei kleineren Projekten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Nachhaltigkeit. Diese Bereiche schaffen nicht nur einen gesteigerten Wohlfühlfaktor sondern auch ein positives Unterscheidungsmerkmal gegenüber Mitbewerbsprojekten.

Auch hier haben wir den Trend der Zeit mit unserem Projekt „HYGGE – gutes Leben“ in Wels rechtzeitig erkannt. Hier planen wir einen ausgesprochen großen, von einem Landschaftsplaner gestalteten Bereich mit Kommunikations- und Begegnungszonen.

*Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft

Foto von Jana Madzigon

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