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Was Kopenhagen im Großen macht, machen wir in Wels im Kleinen

Veröffentlicht am 03.06.2020

Photo by Febiyan on Unsplash

Kopenhagen hat 2009 beschlossen, die beste Stadt für Menschen zu werden. Die ganze Stadt – und nicht nur das Zentrum – sollte so organisiert werden, dass sie dem Menschen und nicht dem Verkehr dient. Die Erschließung des öffentlichen Raumes in Kopenhagen hat allerdings schon viele Jahre vorher begonnen. Der dänische Architekt Jan Gehl, der über viele Jahrzehnte die treibende Kraft in der Stadtentwicklung von Dänemarks Hauptstadt war, berichtet von 4 Phasen der Stadtentwicklung:

  • Die erste Phase begann vor ca. 60 Jahren mit dem Fokus, das Umhergehen zu ermöglichen. So wurden in der Zeit zahlreiche Fußgängerstraßen gebaut.
  • Die zweite Phase konzentrierte sich darauf, Möglichkeiten für ein Hinsetzen und gemütliches Verweilen zu schaffen. In dieser Zeit wurden die Plätze von Autos befreit und Straßencafés schossen aus dem Boden. Das war nicht nur für Einheimische, sondern auch für Touristen eine wichtige Maßnahme.
  • In der dritten Phase, in der sich Kopenhagen im Moment befindet, geht es darum, noch mehr Aktivitäten der Menschen zu ermöglichen. Anstelle von Autostraßen entstehen seit 2009 breite Radwege, Bürgersteige und Grünstreifen mit Baumreihen. Parkplätze werden in innerstädtische Plätze zum Verweilen und Flanieren umgebaut. Seit 2011 werden auch Radfahrer aktiv gefördert. Außerdem entstehen vermehrt Orte zum Inline-skaten, zum Baden im Hafen oder zum Joggen.
  • Nun treten wir in die vierte Phase, die im Zeichen des Klimawandels steht. Lange heiße Perioden wechseln sich jetzt zunehmend mit sehr starken Unwettern ab, was dann vermehrt zu Überflutungen der Keller führt. Daher wird jetzt daran gearbeitet, die Straßenplätze und Parks so umzugestalten, dass sie möglichst viel Wasser aufnehmen können. Wenn es dann ein Unwetter gibt, läuft das Wasser in dafür vorgesehene Mulden und Senken. Der Trick dabei ist, das Wasser nicht in die Kanalisation und von dort in die Flüsse abzuleiten, da die Kanalisationsleitungen dafür nicht groß genug sind. Durch die Umgestaltung wird das Wasser dort gespeichert, wo es auch gebraucht werden kann. Die Viertel werden gewissermaßen zu Schwämmen, es gibt viel Vegetation, Feuchtgebiete und Zonen, die das Wasser binden können. Das ist gut für das Klima und auch gut für das alltägliche Leben. (Zum Thema Schwammstadt gibt es hier mehr zu lesen.)

Mit all diesen Aktivitäten hat sich Kopenhagen zu einer Stadt entwickelt, die von Bewohnern und Touristen als sehr lebenswert geschätzt wird, und die von vielen Gemeindevertretungen aus aller Welt besucht wird, da sie als Musterbeispiel für eine menschengerechte Stadtentwicklung gilt.

In unserem Projekt "Hygge - gutes Leben" am Weidenweg in Wels verwirklichen wir von Trio in einem Mikrokosmos diese Ideen und schaffen damit in Wels ein Beispiel, ein lebenswertes Umfeld in der eigenen Wohnung und der nächsten Umgebung zu gestalten, um so beispielhaft für die Weiterentwicklung der Stadt zu werden. Wir wollen wie Kopenhagen im Großen in Wels im Kleinen eine lebendige, liebens- und lebenswerte Wohnanlage schaffen, die die Menschen zu einem gesunden Lebensstil einlädt.

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