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Steckdosenpflicht für E-Autos? Zuerst Hausaufgaben machen

Veröffentlicht am 19.01.2017

Ladestation E-Auto (c)fotolia Petair

Die EU Kommission fordert eine Steckdosenpflicht für E-Autos bei Neubauten. Ob die derzeitige Infrastruktur dafür geeignet und eine flächendeckende Umsetzung machbar sind, ist allerdings fraglich.

 Umweltfreundlich, energiesparend und leise ... es gibt viele Argumente, die für die Anschaffung eines E-Autos sprechen. Die Anschaffungskosten sind zwar höher, seit Beginn des Jahres gibt es dafür aber auch für Private attraktive Förderungen. Und auch die Errichtung einer privaten Ladebox und öffentlich zugänglicher Stationen werden gefördert. Darüber hinaus sind auf kommunaler Ebene Vergünstigungen wie gratis Parken, die Nutzung der Busspur und die Erweiterungen von Lieferzonen und Lieferzeiten in Diskussion.

 Ein flächendeckender Umstieg auf E-Autos scheint auch der EU erstrebenswert – darauf lässt ihre Forderung schließen, dass Neubauten und Sanierungsobjekte über entsprechende Lademöglichkeiten verfügen müssen. Einfamilienhäuser und andere kleinere Gebäude sollen demnach zumindest über eine entsprechende Vorverkabelung verfügen, bei größeren Gebäuden müsse zumindest jeder zehnte Stellplatz mit einer Landestation ausgestattet sein. Geht es nach der EU Kommission, so soll diese Regelung spätestens 2023 in Kraft treten.

 Wir von TRIO begrüßen grundsätzlich jede Entwicklung für umweltfreundliches Bauen und Wohnen. Bereits 2014 haben wir mit Panoramawohnen Steinhaus ein Projekt mit 18 Eigentumswohnungen mit einer Ladestation für E-Autos ausgestattet. Und seit Mitte vergangenen Jahres legen wir kurze Dienststrecken vorzugsweise mit unserer „Zoe“ zurück.

Allerdings führt uns unsere jahrelange praktische Erfahrung zu folgenden Überlegungen:

 Pro Ladestation verteuert sich die Errichtung eines Neubaus um rund 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Und selbst wenn die Käufer bereit sind, den Mehrpreis zu bezahlen, stellt sich noch immer die Frage der Stromversorgung. Sicherlich ist ein beträchtlich höherer Anteil an E-Autos auch bei der verfügbaren Strom-Menge verkraftbar: z.B. wenn es vernünftige Regelungen gibt, die E-Autos nur dann routinemäßig aufzuladen, wenn die Nachfrage nach Strom gering ist, also nachts. Die aktuelle Infrastruktur des Stromnetzes wäre aber heillos überfordert und würde vermutlich zusammenbrechen.

Unser Apell lautet daher: Zuerst die Machbarkeit zu Ende denken, erst dann neue Vorschriften für die Immobilienwirtschaft andenken.

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