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Die Zukunft des Wohnens in Oberösterreich

Veröffentlicht am 16.07.2018

Foto by TRIO

Mit dem Thema „Die Zukunft des Wohnens in Oberösterreich“ beschäftigte sich die Tagung, bei der unser Geschäftsführer Knut Drugowitsch vor kurzem am Traunsee teilnahm. Auch anwesend waren die Bürgermeister der meisten Traunsee-Gemeinden, sowie Landesrat Haimbuchner.

Obwohl es hier vor allem um den Wohnbau rund um den Traunsee ging, waren die Themen doch auch für andere Gebiete Österreichs relevant – uns beschäftigen sie jedenfalls täglich. 

Thema „Leistbarkeit von Wohnbau“

Aufgrund der guten Konjunktur und der Auslastung der bauschaffenden Unternehmen sind die Baukosten in letzter Zeit deutlich gestiegen. Vor allem auch zentral liegende Grundstücke sind um vieles teurer geworden; außerdem werden viele Grundstücke gehortet und stehen so trotz Baulandwidmung für eine Bebauung nicht zur Verfügung.

Das Resultat:

  • eine höhere Verdichtung der Bebauung muss erfolgen, und Wohnbauten sollten mindestens drei Geschosse haben, um wirtschaftlich sein zu können.
  • mehr Menschen ziehen raus aus der Stadt, was die Infrastrukturkosten für die Gemeinden steigert.

Gerade für Jungfamilien ist Wohnen daher oft schwer leistbar. Ein geplanter Lösungsansatz ist daher, die Förderrichtlinien für junges Wohnen nachzuschärfen, um diese Bevölkerungsgruppe zu unterstützen.

Diese Bemühungen sind unserer Meinung nach sehr positiv zu bewerten. Es ist nun aber an der Politik, das auch wirklich in die Gemeinden zu tragen, da dort meist noch immer Kleinhausbebauungen und Reihen- und Doppelhäuser forciert werden.

Thema „Wohnen für Senioren“

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird dieses Thema noch lange relevant bleiben. Hier sind nicht nur die Baukosten wichtig, sondern auch die Betriebs- und Betreuungskosten, die für Senioren mit begrenzten Pensionen weiterhin leistbar sein müssen. Da die Betreuung in Oberösterreich derzeit nicht gefördert wird, ist dies oft eine große Herausforderung. Seitens des Landes gibt es jedoch Überlegungen, hier Förderungen zu gewähren, um die wesentlich teureren Pflegeheime zu entlasten.

Wir finden, dass dies auf jeden Fall gefördert werden sollte. In der Steiermark passiert dies zum Beispiel schon, was bewirkt hat, dass betreutes Wohnen dort floriert. So können Heimplätze gespart werden, die wesentlich teurer sind und für Bewohner und Staat hohe Kosten verursachen.

Thema „Herausforderung Denkmalschutz“

Geschichtsträchtige, alte Gebäude stehen oft unter Denkmalschutz. Bei deren Sanierung und Neubelebung kommen dann zahlreiche Vorgaben zu tragen, die meist sehr schwierig und kostenintensiv zu lösen sind. Das Resultat: oft findet sich jahrelang kein Käufer für ein leerstehendes Gebäude, und dringend notwendiger Wohnbau kann nicht realisiert werden. Gleichzeitig verfällt das Gebäude weiter.

Die Kriterien des Denkmalschutzes gehören daher ebenfalls überlegt, da so manche Anforderungen bei Projekten aus persönlichen Wünschen der jeweilig beteiligten Personen entstehen und keine konkrete Basis haben. Außerdem scheinen die Forderungen oftmals überzogen. In diesem Zusammenhang sollte überlegt werden, ob es nicht besser ist, bei einem zu schützenden Objekt weniger zu verlangen und damit den Bestand zu sichern, als durch zu hohe Forderungen das Objekt dem Verfall preiszugeben.

Landesrat Hainbuchner erwähnte hier auch, dass es kleine private Projektentwickler und Bauträger gibt, die sich besonders schwieriger denkmalgeschützter Altbestände annehmen und diese sanieren und einer Nutzung zuführen – damit waren wohl wir gemeint! Gerade erst stellten wir zwei derartige Projekte fertig:

Den Schlüsselhof in Steyr sowie die Papiermühle in Braunau, deren Übergabe bald stattfindet.

Beide Projekte stellten aufgrund des Denkmalschutzes große Herausforderungen dar, die oft zu deutlichen Verzögerungen und Kostensteigerungen führten. Daher können wir uns der Überlegungen der Tagung nur anschließen – diesen schönen alten Gebäude sollen sehr wohl mit großer Expertise und Sorgfalt neues Leben eingehaucht werden, aber ohne einen gewissen Pragmatismus werden viele dieser Objekte noch lange leerstehen.

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