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Blue Development statt bewohnbarer Sondermülldepots

Veröffentlicht am 05.07.2017

Grenfell Tower (c) Independent.co.uk

„Architektur als Verbrechen“ - Unter diesem Titel berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung Ende Juni kritisch über die Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower. Zurückzuführen ist dieses fatale Unglück letztlich auf falsche Energiestandards, von denen in erster Linie die Industrie profitiert. Die Politik ist gefordert, endlich zu handeln.

Der Grenfell Tower brannte in der Nacht des 15. Juni vollkommen aus – die gerade sanierte, wärmegedämmte Fassade habe wie ein Brandbeschleuniger gewirkt, so die FAZ. Als Ursache dieses Unglücks wird die Art der Dämmung genannt.

Zur Wärmedämmung werden in England wie auch in Deutschland und Österreich Hartschaumplatten aus Polystyrol verwendet. Das ist ein Kunststoff auf Erdöl-Basis. Gerät dieses Material in Brand, kann es schmelzen, tropft und kann so – wenn das in einem Stockwerk weiter oben passiert, die gesamte Fassade in Brand setzen, wenn keine Riegel verbaut werden. Ein weiteres Problem sei das Flammschutzmittel HBCD, das bis vor einem Jahr verwendet worden sei und in Tausenden von Fassaden stecke, so die FAZ: „Gerät es doch in Brand, entsteht auch noch hochgiftiges Dioxin.“

Ökologisches Armageddon

Für die Industrie hat man mit den neuen Energiestandards ein ökonomisches Perpetuum Mobile geschaffen. Die europaweit verwendeten Styroporplatten, hinter denen man sich im Namen energetischer Optimierung verschanzt, lassen Trumps antimexikanischen Schutzwall wie einen Gartenzaun aussehen. Allein die Produktion dieser zig Millionen Plastikbausteine ist ein ökologisches Armageddon. Wie gesagt: die Industrie profitiert davon, alle anderen zahlen dafür.

Darüber hinaus ist das luftdicht verpackte Haus von ständigem Schimmel und schlechtem Raumklima bedroht und bedarf absurd aufwändiger Lüftungstechnologien, um alles im Gleichgewicht zu halten. Und wer, falls dies überhaupt noch möglich ist, das Fenster aufreißt, bringt die schöne neue Welt vollkommen durcheinander.

Die Einschweißapostel der Plastiklobby haben ganze Arbeit geleistet.

Die Alternative: Blue Development

Im Gegensatz dazu erlaubt das traditionelle Bauen eine natürliche Lüftung und eine exzellente Dämmung. Wir von TRIO setzen schon seit langem auf ökologisches Bauen. Im Zentrum aller unserer Überlegungen stehen die Menschen und die Umwelt. Selbstverständlich entsprechen alle unsere Projekte auch sehr hohen Energiestandards. Die Kosten pro Quadratmeter können damit etwas höher ausfallen - aber wer würde nicht gerne auf ein paar Quadratmeter verzichten, wenn der Bau dafür kein bewohnbares Sondermülldepot ist!

Dem Staat sollte das Wohlergehen seiner Bürger dieses Geld wert sein. Mit ein paar Brandschutzvorkehrungen ist das drohende Desaster nicht abzuwenden: Nötig ist eine vollkommen andere Architektur. Die Architekten dafür gibt es, die Rezepte für ökologisches und soziales Bauen fehlen auch nicht. Jetzt muss vor allem die Politik sich aus dem Griff der Baustoff-Lobbies und der Bauindustrie befreien, die von sich aus kein Interesse an einer Veränderung des fatalen aber doch so lukrativen Status Quo des Bauens zeigen wird.

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Foto (c) Independent.co.uk

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