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Warum ist Wohnen so teuer?

Veröffentlicht am 07.06.2016

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Warum ist Wohnen so teuer? – Diese Frage weckt Emotionen, wie die Kommentare unter einem aktuellen Artikel des Online-Standard zeigen. Architekt Knut Drugowitsch fasst die wichtigsten Punkte zu diesem Thema zusammen:

Aus der Perspektive des Architekten/Bauträgers und der ausführenden Firmen gibt es eine große Anzahl von Faktoren, die in den letzten Jahren die Baukosten steigen ließen:

Die technischen Standards in den Normen werden ständig erhöht. Dadurch werden oft unverständlich teure Ausführungen verlangt, die von allen Beteiligten kritisch auf die Sinnhaftigkeit hinterfragt werden. Bei Nichteinhaltung dieser Richtlinien steht man jedoch als Planer/Ausführender im Konfliktfall automatisch auf der Verliererseite, deshalb wird trotz besserem Wissens die teurere, normgemäße Variante ausgeführt. 

Das Sicherheitsbedürfnis wird immer größer -  der Gesetzgeber reagiert darauf mit einer Flut neuer Vorschriften. Dies hat Auswirkungen auf die Brandschutzbestimmungen, Breiten von Stiegenhäusern, Längen von Fluchtwegen, Ausführung von Warnanlagen usw. Jede zusätzliche Vorschrift verteuert natürlich den Wohnbau.

Durch den bedingungslos geforderten anpassbaren Wohnbau werden die Größen von Nebenräumen und Flächen erhöht, für das eigentliche Wohnen bleibt immer weniger Platz. Dazu werden Größen für alle Räume festgelegt. Je mehr Fläche gebaut werden muss, desto teurer wird die Wohnung.

Die Zahl der erforderlichen Berechnungen und Gutachten wird ständig erhöht. Da jeder Gutachter für seine Bereich perfekte Lösungen verlangt, ergibt auch dies in Summe eine spürbare Erhöhung der Baukosten.

Durch eine erhöhte Zahl von abgeschlossenen Rechtschutzversicherungen nimmt natürlich das Streitpotential der involvierten Partien zu, dieser Faktor kann als weiterer Kostentreiber betrachtet werden. Gegenseitige Toleranz und eine nicht ausgiebige Suche nach Fehlern sollte daher Basis einer guten Zusammenarbeit sein.

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