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Offene Städte, geschlossene Städte - was ist besser?

Veröffentlicht am 20.11.2017

Generationen-Campus Vorchdorf (c) TRIO Development

Was sind „offene“ oder „geschlossene“ Städte? Was sind die Unterschiede, und was ist besser?

Diesem Thema nahm sich der amerikanische Kulturphilosoph Richard Sennett jüngst bei einem Vortrag an der Universität Harvard an – unser Geschäftsführer Knut Drugowitsch hatte das Vergnügen, ihn dort live zu erleben.

Richard Sennett gehört zu den bedeutendsten Philosophen unserer Zeit und setzt sich ganz besonders mit Architektur und dem Zusammenleben der Gesellschaft in verschiedenen Kulturen auseinander.

Anhand mehrerer Beispiele stellte er den Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Strukturen in unseren Städten und deren Konsequenzen für unser Zusammenleben dar.

  • Geschlossene Strukturen sind gekennzeichnet durch „borders“. Sie grenzen nahezu ohne Durchlässigkeit gegenüber anderen ab – wie zum Beispiel Wohlstandsviertel gegenüber Slums, Wohnsiedlungen gegenüber Arbeits- oder Handelsplätzen usw. Diese Abgrenzungen können entweder sozial begründet sein oder an verschiedenen Aufgabenbereichen oder Tätigkeiten liegen.
  • Offene Strukturen hingegen haben “boundaries“ – gleitende, durchlässige Grenzen. Sie erlauben soziale Durchmischung und vielfältige Tätigkeitsbereiche und ermöglichen Selbstorganisation, Aktivität und Eigeninitiative.

Diese unterschiedlichen Strukturen erleben wir in unseren Städten und in unserem täglichen Zusammenleben – die Abgrenzung von Wohnen und Schlafen zu Arbeit und Handel erzeugt eintönige, öde Vorortsiedlungen und viel Verkehr zwischen den verschiedenen Aktivitätszonen, und die soziale Abgrenzung in Wohngettos für sozial schwächere Schichten ist ebenfalls eine traurige Realität.

TRIO bevorzugt ganz klar den „offenen“ Ansatz. Unser Ziel ist es, in zentralen Lagen von Städten und kleineren Orten durch die Sanierung von leerstehenden Bestandsobjekten oder durch den Neubau multifunktionaler Projekte die Lebendigkeit und sozialen Kontakte zu fördern und bestehende Grenzen durchlässig zu machen.

So entsteht zum Beispiel derzeit in Vorchdorf (OÖ) ein „Generationen-Campus“, bei dem, wie der Name es schon verrät, unterschiedliche Generationen angesprochen werden, und das unter anderem ein Gesundheits- und ein Elternkindzentrum als integralen Bestandteil bietet.

 

Bild: Visualisierung des Generationen-Campus Vorchdorf

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