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Mit dem „Elektrischen“ nach Bad Ischl

Veröffentlicht am 24.05.2016

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Nach 2000 Kilometern mit dem Elektroauto sind wir nun um viele Erfahrungen reicher.

Besonders die Fahrt von Wels nach Bad Ischl zeigt die Grenzen der Elektromobilität auf und ist derzeit noch eine Herausforderung. In Bad Ischl angekommen ist noch für 40 Kilometer Strom in der Batterie. Glücklicherweise gibt es in Ischl eine Ladestation – aber nur für den Haushaltsstecker, und das bedeutet eine Ladezeit von sechs Stunden! Pro Stunde lädt man also Strom für rund 15 Kilometer Reichweite.

Die Besprechung ist glücklicherweise mühsam und dauert über eine Stunde – mit dem Reststrom bleibt eine Reichweite von knapp 60 Kilometer. Das ist leider nicht genug, um wieder nach Wels zu kommen. Also bleibe ich eine weitere Stunde in Ischl, das reicht für einen Kaffee in der Konditorei Zauner und einen Spaziergang. Mit 75 Kilometer Reichweite “im Tank“ trete ich die Heimfahrt an. Kurz nach Ischl werde ich über den Attersee umgeleitet. Die Strecke erhöht sich auf 85 km. Zuviel für meinen „Elektrovorrat“! Ich schalte auf Sparflamme zurück und zockle auf der Autobahn hinter den Lastwägen her. Überholen geht nur im Windschatten. Wie in der Formel 1 gehört die 1 Stopp- oder 2 Stoppstrategie schon vor Antritt der Fahrt überlegt. Mit viel Geduld und angespannten Nerven schaffe ich es trotzdem bis Wels - mit einer Reserve von 3 Kilometern rette ich mich in die Garage zur Ladestation.

Für hektische Jungunternehmer, die von Termin zu Termin jagen, ist also das Elektroauto noch keine Alternative. Da helfen auch Steuer und Förderanreize nichts.

Dipl. Ing. Knut Drugowitsch

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