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Kann Wohnen wieder leistbar werden?

Veröffentlicht am 14.06.2016

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Wohnungen sind für viele nur noch schwer leistbar. Investitionen in den Wohnbau rechnen sich kaum mehr. Das liegt einerseits an einer viel zu hohen Belastung der Wohnungswirtschaft durch ständig neue Normen, Steuern und Abgaben, andererseits an einer ebenfalls viel zu hohen Abgabenbelastung der Wohnungswerber. Die Ursache ist also schlicht und einfach eine zu hohe Abgabenquote und eine zu hohe Belastung des Faktors Arbeit, der das Wohnen verteuert und den Wohnungswerbern die Mittel für das Wohnen entzieht. Mit neuen Förderungen und Preisregulierungen wird sich das Problem nicht lösen lassen.

Die Politik fordert leistbares Wohnen. Statt zu überlegen, wo man ansetzen kann, wird reflexartig gefordert, die Förderungen zu erhöhen. Parallel dazu arbeiten zahllose Beamte in allen Bundesländern und auch im Normenausschuss mithilfe der Politik und den gesetzgebenden Organen an Bauordnungen, Normen und sonstigen Vorschriften, die das Bauen schrittweise verteuern und die Immobilienwirtschaft belasten. Einerseits widmet man also immer mehr öffentliche Mittel (Wohnbauförderungen, Mietbeihilfen etc.), andererseits unternimmt man alles, um das Bauen und den Betrieb von Wohnraum zu verteuern. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die Verantwortlichen die Kontrolle völlig verloren haben.

So leistet sich jedes Bundesland eigene Bauordnungen und Förderrichtlinien, die wiederum in jedem Bezirk und in jeder Stadt individuell interpretiert werden. Diesen Unsinn ganz einfach zu beenden und in unserem kleinen Land das Bauen auf eine einheitliche Basis zu stellen würde den Behörden und den Bauausführenden einiges an Kosten sparen.

Wenn die Vorschriften Tag für Tag rapide mehr werden und diese selbst für Spezialisten nicht mehr durchschaubar sind, so zum Beispiel Bauten, die 30 Jahre lang und noch länger sicher und standfest waren, dies nun plötzlich nicht mehr sein sollen, so ist dies für den Normalbürger nicht verständlich.

Es ist also an der Zeit, den gesunden Menschenverstand wirksam werden zu lassen und Kostentreiber, die keinen zusätzlichen Nutzen bringen, aus den Bauordnungen und Verfahrensrichtlinien zu streichen.

Dipl. Ing. Knut Drugowitsch

 

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